Servokupplung - einfach gekoppelt!

Steckbare Servokupplungen reduzieren Montage- und Demontagezeiten

>Spielfreie Servokupplungen, Metallbalgkupplungen Serie BK/MK
Bild 1: Spielfreie Servokupplungen, Metallbalgkupplungen Serie BK/MK

Montage- und Stillstandszeiten in der Serienfertigung führen zur Erhöhung der Stückkosten. Der gezielte Einsatz von steckbaren Wellen- und Servokupplungen, die im Servicefall die schnelle und problemlose Demontage der Anlagenkomponenten ermöglichen, bieten dem Anwender eine kürzere Reaktionszeit und sichert somit Einsparmöglichkeiten. Anlagenplaner können beispielsweise zur Anbindung von Getrieben auf eine bewährte, steckbare Variante von präzisen und spielfreien Metallbalgkupplungen (Bild 1) zurückgreifen. Das Leistungs- und Drehmomentpotential ermöglicht den Einsatz für Servomotoren und -getrieben bis 1500 Nm.

Gerade bei Servomotoren und Getrieben wird die Leistungsfähigkeit auf immer dynamischere Anwendungsfälle angepasst, so sind dezentrale Antriebskonzepte mit wesentlich höheren Drehmomenten zu realisieren. Die verdrehsteife Bauweise garantiert die exakte Übertragung von Winkel und Drehmoment.

Leichte Montage, noch einfachere Demontage

Servokupplung - Kupplungsmodell BK6
Bild 2: Servokupplung - Kupplungsmodell BK6

Komplexe, schwer zugängliche Montagesituationen sind durch die steckbare Servokupplung insbesondere durch das einfache Zusammenstecken der vorab montierten Kupplungshälften leicht realisierbar. Aufwendige Montagebohrungen, für die Klemmschrauben der Kupplungsnaben, im Montageflansch entfallen. Im Demontagefall erübrigt sich das Suchen und Ausjustieren der Schraubenposition. Die Antriebseinheit kann einfach nach hinten abgezogen werden.
Als Klemmverbindungen stehen standardmäßig Klemmnaben mit seitlichen Schrauben oder auch axial montierbare Konusklemmnaben (Bild 2) zur Verfügung. Die Nabenausführung kann aus hochfestem Aluminium, Stahl und auch Edelstahl gewählt werden. Materialveredelung wie beispielsweise vernickeln, verzinken, verchromen, nitrocarburieren und oxidieren und in der Aluminiumausführung auch eloxieren sind ohne lange Lieferzeiten möglich. Andere Materialien und Oberflächen werden auf Anfrage angeboten.
Auch auf Hinblick der meist knappen Platzverhältnisse entsprechen die Kupplungen dem neuesten Stand. Die Entwicklung und Optimierung der bewährten Kupplungsserie BK 5 mit Klemmnabe und BK 6 für axiale Montage bietet für viele Einbausituationen das passende Element. Die übertragbaren Momente, bis 1500 Nm, können durch den Einsatz modernster Berechnungsgrundlagen sicher bestimmt und ausgelegt werden.

Kunststoffsegmente verhindern Kaltverschweißen

Das Konzept mit Balganbau und glasfaserverstärktem Kunststoffstecksegment stellt die Steifigkeit des Systems in den Vordergrund. Im Gegensatz zu steckbaren Kupplungen mit reinen Metallverbindungen wirkt die Servokupplung elektrisch isolierend und leicht schwingungsdämpfend ohne Abstriche in der Steifigkeit machen zu müssen. Auch ist ein Kaltverschweißen, aufgrund von Versätzen und Schwingungen, der beiden Kupplungshälften durch die Wahl zweier verschiedener Materialien ausgeschlossen. Für das funktionelle Stecksegment wird ein spezieller Hochleistungsthermoplast verwendet. Der Kunststoff wird wegen seiner günstigen Eigenschaften für höchste mechanische, chemische und thermische Belastungen eingesetzt. Festigkeiten wie jene von Stahl (bei 40% Glasfaseranteil) werden erreicht. Eine einfache Demontage der Kupplung ist jederzeit möglich und gewährleistet.

Steckbare Metallbalg-Servokupplung
Bild 3: Steckprinzip Synchron oder Mehrfach

Dieses einzigartige von R+W entwickelte, spielfreie Steckprinzip nutzt die axiale Federwirkung des Metallbalges, um das nabenseitige Kunststoffelement mit selbstzentrierenden Mitnehmernasen in die Konusaufnahme zu drücken. Bereits eine axiale Vorspannung des Metallbalges von 0,2 Millimeter gewährleistet die absolut spielfreie Drehmomentübertragung. Das selbstnachstellende Konussegment garantiert den verschleiß- und wartungsfreien Dauerbetrieb.
Bei der Steckverbindung stehen 2 verschiedene Ausführungen zur Wahl. Die Synchronsteckung (Ausführung S) gewährleistet die Montage nur in einer Position. Ein falsches Zusammenstecken der Kupplung ist ausgeschlossen und die winkelgenaue Position ermöglicht bei voreingestellten Anlagen die Wiederinbetriebnahme ohne nachträgliches Einstellen oder Ausjustieren. Zeitraubendes Nachprüfen der Übertragungsgenauigkeit und mögliche Fehlerquellen gehören damit der Vergangenheit an.
Mehrfache Steckpositionen und die problemlose Blindmontage wird über die Ausführung M (Mehrfachsteckung) realisiert (Bild 3).

Lagerschonender Ausgleich von konstruktionsbedingten Versätzen

Bereits geringe Fluchtungsfehler erhöhen die Rückstellkräfte auf Lager und Anlagenkomponenten enorm. Eine hohe Konzentrizität der beiden Bohrungen ist deshalb sehr wichtig. Um dies zu erreichen wird jede einzelne Kupplung auf einem Montagedorn gefertigt, was sich besonders positiv auf den ruhigen Lauf und eine hohe Lagerlebensdauer auswirkt. Eine hohe Fertigungsgenauigkeit und präzise gefertigte Bauteile sind dabei eine Selbstverständlichkeit. Die Servokupplung nimmt somit axiale, radiale und winkel Versätze bei gleichzeitig geringen radialen Rückstellkräften optimal auf.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Kupplungssystemen erreichen die Elemente durch standardisierte Auswuchtbohrungen eine enorme Laufruhe auch bei Drehzahlen über 20.000 1/min. In der feingewuchteten Version sind Drehzahlen bis 50.000 1/min und mehr möglich.

Um sichere und optimierte Ergebnisse zu erreichen setzt der Kupplungshersteller aus Klingenberg auch auf Versuche in Zusammenarbeit mit Universitäten. Dort werden externe Dauerlaufversuche und Testreihen in Auftrag gegeben, um neutrale und für die Serienfertigung wichtige Leistungsmerkmale zu erhalten.


Autor: Frank Kronmüller (Prokurist), R+W Antriebselemente GmbH

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